Queere Bündnisse und die Antikriegspolitik
Vortrag von Judith Butler, Moderation Andreas Kraß
Welches Profil muss eine queere Politik haben, die sich als Teil einer Politik gegen den Krieg versteht? Ausgehend von dieser Leitfrage behandelt die amerikanische Philosophin Judith Butler in ihrem Vortrag Aspekte einer queeren Friedenspolitik, die "queer" nicht als Identitätskonzept, sondern als Bündnisform zu theamtisieren sucht. Welche politische Rolle spielt queere Politik in einer Welt, in der Krieg alltäglich erscheint und viele Völker einem ständigen Bedrohungszustand hoffnungslos ausgeliefert sind? Wie muß sich queere Politik angesichts der globalen Herausforderungen der zunehmenden Militarisierung und fortgesetzten Kolonialisierung neu definieren und ist eine queere Politik denkbar, die nicht zugleich auch eine anti-rassistische Bewegung ist? Wie können wir Bündnissen gegen nationalistische Abschottungspolitik beitreten, wenn diejenigen, für die und mit denen wir kämpfen, unsere Standpunkte nicht immer teilen?
Judith Butler, Philosophin und Philologin, ist Professorin an der European Graduate School und an der University of California, Berkeley.
Andreas Kraß, Literaturwissenschaftler, ist Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt/ Main und arbeitet zu Queer Theory bzw. Gender Studies.
Medienpartner:
SIEGESSÄULE / die tageszeitung
In Kooperation mit Berliner CSD e.V, Initiative queer-nations e.V.
unterstützt durch den Suhrkamp-Verlag
Wann: 18. Juni 2010, 21 Uhr
Wo: im Großen Haus der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
Tickets für 4 bzw. 6 Euro:
Fon: 030-24065-777 / E-Mail: ticket@volksbuehne-berlin.de
Anschließend Lounge im Roten Salon mit Gloria Viagra
In Kooperation mit:
Neu Publikationsreihe von IQN
Queer Lectures!
Die Initiative Queer Nations will ab März den akademischen Diskurs um "queere" Fragestellungen auch öffentlich fruchtbar machen - die Veranstaltungsreihe der Queer Lectures ist ein erstes Zeugnis dieser Absicht. Im ersten Heft der Publikationsreihe Queer Lectures sind vier ForscherInnen versammelt, die sich aktuellen Fragen stellen: Die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling ergründet die Ursachen der spezifischen Homophobie im nach wie vor männerbündlerisch dominierten Fußball; der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker hat anlässlich des 150. Geburtstages Sigmund Freuds die psychoanalytischen Befunde im Hinblick auf Homosexuelles neu gelesen; die Sexualhistorikerin Dagmar Herzog diagnostiziert den christianisierenden us-amerikanischen Diskurs zur Sexualität; der Germanist Andreas Kraß untersucht das Sprechen über Metrosexualität als eine spezifische Ausprägung des Antihomosexuellen. Weitere Hefte in dieser Reihe erscheinen drei bis vier Mal pro Jahr.
Die Publikationsreihe "Queer Lectures" erscheint in Kooperation mit dem Verlag
MÄNNERSCHWARMSKRIPT