Die Reihe "Queer Lectures" ist eine Kooperation mit der Magnus-Hirschfeld- Gesellschaft e.V., dem Verein der Freunde eines schwulen Museums e.V., der Siegessäule.Queer in Berlin, dem Buchladen Eisenherz Berlin und dem MännerschwarmSkript Verlag Hamburg.
Queer Lectures präsentiert:
Queer-Lecture - 25. Oktober - im Schwulen Museum Berlin
Vortrag von Prof. James I. Martin (in Englisch): Lebenszeiten – Historische und biographische Zeitperspektiven in der Queer-Forschung
Sexuelle Identitäten und Geschlechterrollen veränderten sich im Verlauf der Geschichte, und sie ändern sich weiterhin, weil sie sozialgeschichtlich bedingt sind. Außerdem können sich sexuelle Identitäten und Geschlechterrollen im Verlauf der individuellen Lebenszeit wandeln. - Der Vortrag verbindet die gegenwärtige Queer-Forschung mit historischen Perspektiven und zeigt, wie beides - der historische Zeitverlauf und die individuelle Lebenszeit - zur Durchführung und im Verständnis sozialwissenschaftlicher Queer-Forschung bedeutsam sind.
James I. Martin ist a.o. Professor an der “Silver School of Social Work” der New York University. Er ist Mitherausgeber des “Handbook of Research with Lesbian, Gay, Bisexual, and Transgender Populations” (New York u. London 2009: Routledge).
Wann: Dienstag, 25. Oktober 2011, 19 Uhr
Wo:
Schwules Museum, Mehringdamm 61, 10961 Berrlin
Queer Lecture - 20. Juni - 19:30 Uhr TAZ-Café
Der liebe Fußball und die Homophobie
Mit Tanja Walter-Ahrens und einem Kommentar von Dr. Tatjana Eggeling.Eine gemeinsame Lecture des Berliner CSD e.V. und der Initiative Queer Nations e.V. präsentiert von der TAZ.
Ein öffentliches Outing ist immer mit Überwindung verbunden, im Sport - speziell im Fußball - scheint es fast unmöglich. Dabei wäre ein solches Coming-out sehr hilfreich. SpitzensportlerInnen sind als Vorbilder unverzichtbar, um Vorurteile abzubauen und Akzeptanz auf der Tribüne zu schaffen.
"Mit der Betonung der integrativen Wirkung und Aktivität des Fußballs möchte ich allerdings nicht glauben machen, er wäre damit in Geschichte und Gegenwart immun gegen gesellschaftliche Probleme, gegen Ausgrenzung und Formen von Diskriminierung wie Rassismus, Antisemitismus und Homophobie." Walter-Ahrens
Tanja Walter-Ahrens beleuchtet das Thema Homosexualität im Fußball aus verschiedenen Blickwinkeln und schafft Sensibilität für ein absolutes Tabuthema im beliebtesten Sport der Deutschen.
Die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling ergänzt die Ausführungen und ordnet den Fußball in das Forschungsfeld Sport und Homophobie ein. Die Mitwirkenden traten zuletzt als Expertinnen im Sportausschuss des Deutschen Bundestages auf.
Moderation: Bodo Niendel, Politikwissenschaftler
Wann: Montag, 20. Juni 2011, 19:30 Uhr
Wo: TAZ-Café, Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin
"Lutz van Dijk, Schriftsteller und Menschenrechtler, im Grünen Salon der Volksbühne"
Vor genau einem Jahr hatte die Ablehnung des CSD-Zivilcourage-Preises der US-amerikanischen Philosophin und Feministin
Judith Butler
auf dem Berliner CSD viel Staub aufgewirbelt und international für Diskussionen gesorgt.
Der deutsch-niederländische Schriftsteller und Menschenrechtler Lutz van Dijk, langjähriges Mitglied der niederländischen Sektion von Amnesty International, antwortet auf ihre bekannte Berliner Rede im Rahmen der Queer Lectures-Vortragsreihe "Queere Bündnisse und Antikriegspolitik", die sie am Vorabend des CSD 2010 ebenfalls in der Volksbühne hielt:
Hiermit laden wir Sie/Euch sehr herzlich im Namen von amnesty international (ai) zur Veranstaltung 50 JAHRE ai-/15 Jahre Gruppe „Menschenrechte und sexuelle Identität“ (mersi) ein.
Wann: Sonntag, 5. Juni 20 Uhr
Wo:
Grüner Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Linienstr. 227, 10178 Berlin
Queer zur Norm. Leben jenseits einer schwulen oder lesbischen Identität
Fachtagung: Fr, 10.12.2010 - So, 12.12.2010
Der Prozess der gesellschaftlichen Emanzipation von Schwulen und Lesben ist untrennbar an eine schwule bzw. lesbische Identität gebunden. Selbstbehauptung und das eigene Selbstverständnis basieren auf dem individuellen Prozess des Coming-outs. Im Interesse der Emanzipation haben sich im Laufe dieses Prozesses jedoch homosexuelle Normen herausgebildet, die ‚andere‘ queere Lebensweisen unsichtbar machen. Lebensweisen, die auch schon mal als der ‚gemeinsamen homosexuellen Sache‘ abträglich qualifiziert werden.
An diesem Wochenende stehen nicht
Queer Theorien, sondern queere Praxen im Mittelpunkt: Tunten und Butches, Drag-Queens und –Kings, Transgenders und SM-ler_innen und andere Lebensweisen und Inszenierungen von Geschlecht bzw. zwischen den Geschlechtern. Individualitäten, die die Polarität von Hetero- und Homosexualität und damit die normativ gewordene schwule oder lesbische Identität überschreiten.
Mit allen, die Lust am Querdenken und –leben haben, wollen wir uns verschiedene queere Lebensformen ansehen und folgende Fragen diskutieren:
Welche queeren Lebensweisen und Lebensstile jenseits der Heterosexualität sind lebbar?
Haben queere Lebensweisen ein subversives Potential? Was ist ihre individuelle und emanzipationspolitische Bedeutung?
Schwulen- und Lesbenemanzipation: von wem und für wen?
Homonormativität oder: Wer grenzt hier wen aus?
Was sind die Bedingungen für eine gesellschaftliche Akzeptanz queerer Lebensformen?
Neben verschiedenen Fachvorträgen wird an diesem Wochenende auch Zeit sein, einzelne Aspekte in Workshops und Arbeitsgruppen zu vertiefen.
Themen und Referent_innen
Der Sündenbockmechanismus. Was die Queer Theory von René Girard lernen kann (und andersrum)Prof. Dr. Andreas Kraß, Literaturwissenschaftler, Schwerpunkte Queertheorie und Genderstudies, Universität Frankfurt/M.
Lieber ungenau queer als total lesbisch oder schwul
Manuela Kay, Buchautorin und –herausgeberin, Chefredakteurin von L-MAG, Deutschlands Magazin für Lesben, Berlin
Kollektiv ander/e/s gestalten: Drag Kinging und die Hervorbringung alternativer geschlechtlich-sexueller Existenzweisen
Dr. Uta Schirmer, Soziologin, Promotion zur Drag King Szene in Deutschland, Vertretungsprof. Hochschule RheinMain Frankfurt/M.
Spielplätze und neue Territorien – Das Erfinden von alternativen Geschlechtsidentitäten durch queere Communities (am Beispiel von SM-Praktiken)
Robin Bauer, promoviert zu queeren BDSM Praktiken und Communitys; unterrichtet Queer Studies und Science Studies an der Universität Hamburg
Queer Pride? Zwischen Heteronormativitätskritik und Homonormativität
Lüder Tietz, Ethnologe mit Schwerpunkt Geschlechter- und Sexualitätenforschung, wiss. Mitarb. Universität Oldenburg
Queer Realism und Kapitalismus. Eine Kritik an der idealistischen Politikasterei Judith Butlers
Jan Feddersen, Soziologe, Publizist, Redakteur bei der taz, Berlin
Homonormativität oder: Wer grenzt hier wen aus?
(Podium-)Diskussion der Referent_innen und Teilnehmer_innen
Moderation: Bodo Niendel (Initiative Queer Nations); Dr. Volker Weiß (Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen)
Pädagogische Leitung: Dr. Rainer Marbach, Dr. Volker Wei
Zur Homepage: www.waldschloesschen.org
